Freunde kann man sich aussuchen, Nachbarn nicht...

Wer diese Homepage besucht hat, wird festgestellt haben, dass wir wissen, was Denkmalschutz bedeutet. Wir haben das Haus, das wir geerbt haben, geehrt, gepflegt und gehegt. Dabei war und ist es für uns selbstverständlich, die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten und zu befolgen und eng mit der Denkmalpflege des Landes, der Bauaufsicht und der Stadtbildpflege der Hansestadt Lüneburg zusammenzuarbeiten.

Dass es - leider - auch anders geht, beweist unser Nachbar, ein Hamburger Investor, dem seit über zehn Jahren das ebenfalls denkmalgeschützte und an unser Haus angrenzende Haus Heiligengeiststraße 9 gehört!

Seit Jahren "gammelt" das Nachbarhaus vor sich hin...

Ganz aus der Nähe betrachtet, wird es auch nicht besser (die Bilder stammen aus dem Jahr 2007, sind aber immer noch aktuell)

Doch dann der "Hammer":

Im Januar 2012 ließ unser Nachbar - anstelle einer im Haus bereits vorhandenen und funktionierenden Anlage - eine neue Abluftanlage errichten, die nach Aussagen der zuständigen Behörden baurechtlich weder genehmigt wurde noch nach den Vorgaben des Denkmalschutzgesetzes genehmigungsfähig ist. Leider hat es die Bauaufsicht der Hansestadt Lüneburg trotz unseres Hinweises unmittelbar nach Baubeginn nicht geschafft, einen sofortigen Baustopp zu verfügen.



Deswegen sieht es in unserer unmittelbaren Nachbarschaft jetzt so aus. Zwar hat die Bauaufsicht inzwischen den Rückbau verfügt, doch gegen den im August 2012 ergangenen Widerspruchsbescheid wurde von unserem Nachbarn Klage beim Verwaltungsgericht Lüneburg erhoben. Wer die Belastung der Verwaltungsgerichte kennt, wird unsere Sorge verstehen, dass wir dieses "Kanonenrohr" noch jahrelang "vor der Nase" haben werden. Den derzeitigen Sachstand kennen wir nur aus der Presse, weil wir von der Hansestadt Lüneburg darüber keine Auskunft erhalten. Angeblich sind wir an dem Verfahren nicht beteiligt.




Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Innenhofführungen der Lüneburg Marketing GmbH können wir von unserem Innenhof aus jetzt diesen Anblick bieten (das Gerüst ist allerdings inzwischen abgebaut)...



Uns bleibt nur die Hoffnung auf die Justiz - aber (ein alter Spruch mit viel Sinngehalt):

"Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand".


Inzwischen wurde das Verwaltungsgericht Lüneburg tätig:

Am 31.10.2013 fand auf dem Nachbargrundstück ein Ortstermin des Verwaltungsgerichtes Lüneburg mit Vertretern der Hansestadt Lüneburg, unserem Nachbarn und dessen Rechtsanwalt statt. Nach dem, "was man so las und hörte", wird die denkmalrechtliche Unzulässigkeit der gebauten Anlage nicht bezweifelt, allerdings muss die Hansestadt Lüneburg ihre baurechtlichen Verfügungen wohl noch deutlich nachbessern.

Mit anderen Worten:

Wir werden noch längere Zeit mit dem "Monstrum" in unserer Nachbarschaft leben müssen!

Schnelles Saubermachen vor dem Ortstermin:




Stand vom 16.11.2014:

Heute haben wir folgendes Schreiben an die Hansestadt Lüneburg gesandt:


Hansestadt Lüneburg
Baudezernat
z. H. Frau Stadtbaurätin Heike Gundermann
21315 Lüneburg
per E-Mail


Baudenkmal Lüneburg, Heiligengeiststraße 8

Bau einer Abluftanlage am Nebenhaus Heiligengeiststraße 9

Sachstand


Sehr geehrte Frau Gundermann,

in diesen Tagen wurde in Berlin und im gesamten Land des 25. Jahrestages der Öffnung der innerdeutschen Grenze gedacht. Eindrucksvolle Veranstaltungen aus Anlass ereignisreicher Tage!

Auch für uns steht ein Jahrestag bevor: Im Januar 2015 müssen wir den 3. Jahrestag der Errichtung einer Abluftanlage an unserem Nachbarhaus Heiligengeiststraße 9 begehen, die – und das dürfte unstrittig sein – nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz nicht genehmigungsfähig war und ist. Wir ersparen uns, auf den bei der Hansestadt Lüneburg vorliegenden umfangreichen Schriftverkehr erneut einzugehen, sondern verweisen nur auf die E-Mail des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 22.03.2012 mit folgender Aussage:
„Ich habe kürzlich von der Stadt Lüneburg die für die Beantwortung Ihrer Anfrage notwendigen Informationen erhalten. Ich entnehme aus den Informationen, dass die Stadt Lüneburg in angemessener Form auf die nicht genehmigte und auch nicht genehmigungsfähige Anlage reagiert hat und sehe derzeit keinen weiteren Bedarf, fachaufsichtlich tätig zu werden.“
Bis heute haben wir von der Hansestadt Lüneburg keine weiteren Informationen zum Sachstand erhalten. Die Stadtverwaltung (Bauaufsicht und Denkmalpflege) verweigerte uns auf telefonische Nachfrage die Erteilung von Auskünften mit dem Hinweis, dass wir keine Beteiligten am Verfahren seien, was aus unserer Sicht zumindest zweifelhaft sein dürfte. Die einzigen weitergehenden Informationen haben wir lediglich der örtlichen Presse entnehmen können.

Der Fairness halber teilen wir Ihnen mit, dass wir erwägen, zum 3. Jahrestag der Errichtung der Abluftanlage verwaltungsrechtliche (Verpflichtungsklage) und/oder aufsichtsrechtliche (Dienstaufsichts-/ Fachaufsichtsbeschwerde) Schritte zu unternehmen. Bevor wir insoweit Entscheidungen treffen, geben wir der Hansestadt Lüneburg allerdings die Gelegenheit, uns ihre „Sicht der Dinge“ darzulegen.

Eine Stellungnahme erwarten wir bis zum 15. Dezember 2014.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Harder               Waltraud Harder

Kopien erhalten per E-Mail zur Kenntnis:

o Herr Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Hansestadt Lüneburg
o Frau Dagmar von Reitzenstein, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur,
o Carlo Eggeling, Landeszeitung für die Lüneburger Heide

Am 27.11.2014 haben wir tatsächlich ein Schreiben der Hansestadt Lüneburg erhalten. Man teilt uns mit, dass die Hansestadt Lüneburg in der Angelegenheit "bereits tätig" sei. Mit dem Eigentümer des Nachbargebäudes hätten "mehrere Gespräche stattgefunden", in denen unterschiedliche Lösungsansätze besprochen worden seien. Man sei zuversichtlich, dass man in absehbarer Zeit zu einer Lösung komme werde, die unserem Interesse gerecht werde.

Frau Stadtbaurätin Gundermann schließt ihr Schreiben wie folgt: "Seien Sie versichert, dass mir die Angelegenheit ein besonderes Anliegen ist. Wie Sie wissen, genießen die Denkmal- und Stadtbildpflege bei mir einen besonders hohen Stellenwert".

Am 28.11.2014 hat sich auch das Nieders. Ministerium für Wissenschaft und Kultur schriftlich bei uns gemeldet:

„Ich habe die Hansestadt Lüneburg um Stellungnahme zu dem von Ihnen dargelegten aktuellen Sachverhalt gebeten. Sie kritisieren eine zurückhaltende Sachstandsinformation der Stadt Lüneburg.
Die Stadt befindet sich noch im Gespräch, um eine für das Baudenkmal positive und für alle Beteiligten vertretbare Lösung zu finden. Das an Sie gerichtete Antwortschreiben der Hansestadt Lüneburg liegt mir zwischenzeitlich vor. Ich gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit einen einvernehmlichen Abschluss finden kann.“


Update 27.01.2015:

Zum 3. Jahrestag der Fertigstellung der Abluftanlage haben wir am 25.01.2015 doch noch einmal an die Hansestadt Lüneburg geschrieben. Schließlich waren wir beide insgesamt rd. 87 Jahre bei der Stadt beschäftigt und besitzen noch eine gewisse "Restloyalität". In diesem Schreiben haben wir deutlich gemacht, dass die Lösung des Problems nicht in "unserem Interesse" liegt, sondern gesetzlich gefordert wird.

Hoffen lässt, dass sich heute zwei Handwerker das Abluftrohr zumindest schon mal angeschaut haben.

Update 09.02.2015:

Heute geht die "ewige Geschichte" weiter: Am Vormittag rückt eine Arbeiterkolonne an und baut das Abluftrohr auf dem Dach ab! Doch der guten Nachricht folgt die schlechte! Das Abluftrohr wird umgebaut und führt nun im Erdgeschoss aus dem Haus heraus und im ersten Geschoss durch ein herausgenommenes Fenster wieder in das Haus hinein. So sieht das vor Ort aus:

 

Und wenn man aus unserem Wohnungsfenster im ersten Geschoss blickt, "genießt" man folgenden Anblick:



Wir haben die Hansestadt Lüneburg und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur umgehend informiert, dass wir auch diese "Lösung" nicht akzeptieren werden. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass es gelingen muss, diese Angelegenheit im Sinne der gesetzlichen Vorschriften abzuschließen und die Abluftanlage - wie früher - durch das Haus zu führen. Der bisherige Wohnraum, durch dessen ehemaliges Fenster das Rohr nunmehr zurück in das Haus geführt wird, dürfte ja ohnehin nicht mehr bewohnbar sein.

Am 11.02.2015 haben wir - weil uns die Stadt Lüneburg jetzt als "Beteiligte im Baugenehmigungsverfahren" anerkennt - formell Widerspruch eingelegt und diesen Widerspruch mit Schreiben vom 14.02.2015 noch ergänzt.

Update 01.04.2015:

Nach sieben Wochen gibt es noch immer keine Entscheidung über unseren Widerspruch. Wir haben erinnert!

Updates:
Der Widerspruchsbescheid vom 06.05.2015
ist da:


Das ist der Inhalt der achtseitigen Entscheidung:

1. Ihr Widerspruch wird zurückgewiesen.
2. Der Antrag auf Widerruf der Baugenehmigung wird abgelehnt.
3. Der Antrag auf Rückbau der verbleibenden Abluftanlage wird abgelehnt.
4. Die Kosten des Verfahrens sind von Ihnen zu tragen.

Am 12.05.2015 haben wir beim Verwaltungsgericht Lüneburg

Klage


erhoben. Diese Klage haben wir mit Schriftsatz vom 21.05.2015 umfassend begründet. Am 02.07.2015 hat die Hansestadt Lüneburg eine Klageerwiderung an das Verwaltungsgericht gesandt und beantragt, die Klage abzuweisen. Hierzu haben wir mit Schreiben vom 13.07.2015 Stellung genommen.


Warten wir ab, wie und wann das Verwaltungsgericht entscheidet.

Wir erinnern uns:
"Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand!"

Update 20.07.2016:

Bis heute - also nach gut einem Jahr - haben wir keine Nachricht zum Fortgang des Gerichtsverfahren erhalten. Still ruht der See...

Update 11.10.2016:

Es gibt Neuigkeiten: Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat für den 03.11.2016, 11:30 Uhr, einen Verhandlungstermin festgelegt!


Update 14.11.2016 - Das war's dann:

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat nach der mündlichen Verhandlung mit Schreiben vom 08.11.2016 folgendes Urteil übersandt:

"Die Klage wird abgewiesen.
Die Kläger tragen die Kosten des Verfahrens."

Wir geben auf!